Wie werden TV-Rechte für Fußballspiele vergeben?

Wer wissen will, was in der Bundesliga passiert, konnte bisher die Zusammenfassungen in der Sportschau sehen und das bleibt auch bis zum Jahr 2017 so. Im April 2012 wurden die TV-Rechte für die Fußballbundesliga vergeben und dann war schnell klar, dass die Zusammenfassungen an den Wochenenden von 2013 bis 2017 in der ARD zu sehen sein werden und der Bezahlsender Sky die die Liverechte erringen konnte. Zuvor mussten sich die erfolgreichen Bieter aber erst im sogenannten Bieterwettbewerb gegen die Konkurrenz durchsetzen.

So funktioniert der Bieterwettbewerb

Bis etwa zwei Monate vor dem Entscheidungstermin der Rechtevergabe können sich Bieter registrieren lassen. Für die Rechtevergabe zwischen 2013 und 2017 registrierten sich insgesamt 45 Unternehmen, von denen um die 20 dann auch zugelassen wurden. Dann legt die DFL (Deutsche Fußball Liga) ihre geheimen Preisvorstellungen für die einzelnen Pakete fest. Die Erstverwertungsrechte im Free-TV beispielsweise sind ein Paket und auch die IPTV-Rechte, also die Rechte fürs Internet stellen ein Paket dar. In geheimen Bietrunden legen dann die Unternehmen ihre Angebote vor und wenn ein Unternehmen den geheimen Preis erreicht und außerdem 20 Prozent über dem Angebot des Zweitbieters liegt, nimmt die DFL das Angebot an. Würde also ein Unternehmen 100 Millionen bieten, wenn diese Summe die geheime Preisvorstellung trifft, und ein anderes bietet 120 Millionen, bekäme automatisch das zweite Unternehmen den Zuschlag. Beträgt die Differenz zwischen den gebotenen Summen weniger als 20 Prozent, geht das Bieten in eine zweite, ebenfalls geheime Runde. Kann auch damit keine Entscheidung herbeigeführt werden, entscheidet der DFL über die Rechtevergabe und berücksichtigt dabei Konzept, Knowhow und Reichweite der vorliegenden Angebote. In den Medien wird die Vergabe der TV-Rechte als Millionenpoker bezeichnet und sicherlich hat dieser Begriff seine Berechtigung, denn immerhin wurden beim letzten Bieterwettbewerb insgesamt 412 Millionen Euro eingenommen.

Der Bezahlsender darf nun auch über das Netz senden

Wie schon bei der letzten Vergabe der TV-Rechte konnte der Bezahlsender Sky die Live-Rechte erringen, allerdings können die Zuschauer nun auch online ihren Verein über Sky verfolgen, denn die IPTV-Rechte gingen diesmal ebenfalls an Sky. Die Aktie des Unternehmens sank nach der Bekanntgabe der Zahlen, denn viele vermuten, dass sich der Einsatz der Millionen am Ende nicht rechnen könnte. Bisher konnte die Telekom die IPTV-Rechte für sich nutzen, doch bei der Versteigerung im April 2012 ging das Unternehmen leer aus und man hofft nun auf eine Einigung mit dem Gewinner. Bisher wurden aber noch keine Verhandlungsergebnisse bekanntgegeben und die Spekulationen gehen weiter.

Die Summen im Millionenpoker

Zu den bisher 412 Millionen Erlös bei der Versteigerung der TV-Rechte sollten laut DFL zehn Prozent dazukommen. Das wäre ein realistisches Wachstum gewesen, da auch die Telekom im Pool der Bieter für die TV-Rechte vertreten war. Sky bot 486 Millionen und konnte sich damit die TV-Rechte und die IPTV-Rechte sichern und insgesamt konnte die DFL rund 200 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen verbuchen. Bereits wenige Stunden nach der Bekanntgabe überlegte man dann in der Bundesliga auch schon, wie die Mehrreinnahmen investiert werden sollen. Eine Vergrößerung der ersten Liga auf 20 Vereine ist einer der Wünsche, doch es gibt hier noch andere Vorschläge. So sollen die Einnahmen laut Rummenigge in drei Teile aufgespalten werden und je ein Teil an die Bundesliga, einer an die zweite Liga und der dritte Teil an die Klubs im Eurocup vergeben werden. Die Aufgabe der Liga sei es auch, die Unterschiede zwischen den Spitzenclubs und dem Mittelfeld nicht zu groß werden zu lassen und Nürnbergs Manager setzt hier ganz auf die Richtlinien der sozialen Marktwirtschaft. Zu diesem Thema gibt es sicherlich noch jede Menge weitere Ideen und die Fans dürfen gespannt sein, wie die DFL ihre Einnahmen verteilen wird um den Fußball in Deutschland auch weiterhin spannend zu halten.

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